Aktuelles

Zur Übersicht | Drucken

14.11.2025

Staatssekretär Martin Schöffel, MdL Überführung des Familien- und Krippengeldes ins System der Kinderbetreuung sowie Nicht-Einführung des Kinderstartgeldes

Weitere massive Stärkung der Kinderbildung und -Betreuung durch gezielte Umschichtungen im Haushalt

Mir ist wichtig zu betonen: Bayern ist und bleibt Familienland Nummer 1. Jedes Jahr investieren wir rund fünf Milliarden Euro in Familien. Das soll auch in Zukunft so bleiben und wir werden auch weiterhin alles dafür tun, junge Eltern bestmöglich zu unterstützen! Wie es der Name sagt: Das Bayerische Familiengeld ist eine Leistung, die es so nur in Bayern gibt. Kein anderes Land zahlt so eine zusätzliche Geldleistung an Eltern aus. 

Seit 2018, als das Bayerische Familiengeld neben den vielfältigen Familienleistungen des Bundes als zusätzliche Geldleistung des Freistaates für alle Eltern eingeführt wurde, hat sich die Ausgangslage aber grundlegend verändert: Corona, der Krieg gegen die Ukraine und massive wirtschaftliche Unsicherheiten ha ben die öffentlichen Haushalte unter großen Druck gesetzt. Zugleich braucht unser Land gerade jetzt verlässliche Rahmenbedingungen und zusätzliche Investitionen bei Bildungs- und Betreuungsangeboten, damit Familien verlässlich planen können und unsere Kinder bestmögliche Startchancen erhalten. Gerade bei der Finanzierung der Kindertagesbetreuung stehen Kommunen, Träger, Einrichtungen und Eltern aktuell vor enormen Herausforderungen. Die Zahl der Kin der in Betreuung ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, die Betreuungszeiten sind länger geworden und immer mehr Kinder benötigen zusätzliche Unterstützung. Viele Träger haben deutlich gemacht, dass sie an ihre finanziellen Grenzen gekommen sind und dringend Unterstützung durch den Freistaat brauchen. Die Schließung von einzelnen Kita-Gruppen oder ganzen Einrichtungen, die neben der Betreuung auch einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllen, hätte erhebliche Folgen für die betroffenen Familien und für unsere Gesellschaft insgesamt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, das geplante Kinderstartgeld nicht einzuführen und diese Mittel vollständig und dauerhaft in die Kindertagesbetreuung zu investieren. In der Koalition gab es dazu keine unterschiedlichen Auffassungen. Wir setzen diese Mittel ganz bewusst so ein – für Kinder, für Familien, für die Zukunft. Bis 2030 stehen damit zusätzlich rund 3 Milliarden Euro für Kitas, Krippen und Kindergärten bereit. Damit unterstützen wir Kommunen und Einrichtungen unmittelbar – und sorgen dafür, dass Betreuung verlässlich, qualitativ hochwertig und bezahlbar bleibt. Denn die wichtigste Hilfe für Familien ist ein sicherer Betreuungsplatz, ohne den es keine Wahlfreiheit für Eltern und keine Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit geben kann. Uns ist bewusst, dass eine Einmalzahlung von 3.000 Euro für viele Familien eine spürbare Entlastung bedeutet hätte. Aus Verantwortung gegenüber den Familien investieren wir jetzt aber dort, wo Unterstützung täglich wirkt – nicht nur einmalig. Wir sichern mit dieser Entscheidung dauerhafte Strukturen: Wir finanzieren Kita-Plätze, wir stabilisieren Einrichtungen und wir schützen damit Gruppen oder Kitas vor Schließungen. Die deutliche Erhöhung der Betriebskostenförderung für Kitas führt dazu, dass die Gebühren nicht so stark steigen werden wie schon angekündigt. Ein Punkt ist uns dabei besonders wichtig: Die zusätzlichen Mittel müssen bei den Familien ankommen. Der Freistaat geht hier ganz bewusst einseitig und massiv in Vorleistung, indem wir unseren Anteil an der Betriebskostenfinanzierung deutlich er höhen. Damit schaffen wir die Grundlage dafür, dass Kommunen und Träger ihre Einrichtungen stabil führen können – und dass Eltern weiterhin verlässliche und be zahlbare Betreuung vorfinden. Wir sagen in aller Deutlichkeit: Diese Stärkung darf nicht in den allgemeinen Kostensteigerungen verpuffen, sondern wir verbinden damit die klare Erwartung an die Träger, dass sich die bereitgestellten Gelder spürbar in den Elternbeiträgen widerspiegeln! Gerade weil viele Träger in den vergangenen Monaten eindringlich darauf hin gewiesen haben, dass das System ohne eine rasche und deutliche finanzielle Entlastung vor Ort an seine Grenzen kommt – bis hin zur Gefahr von Gruppen- oder sogar Kita-Schließungen – handeln wir jetzt entschlossen. Unser Ziel ist, dass solche Situationen gar nicht erst entstehen. Deshalb ist jetzt eine klare Prioritätensetzung nötig, gerade auch im Interesse der Familien: Die Mittel sollen gezielt dazu beitragen, die Betreuung vor Ort zu sichern, Qualität zu erhalten und Eltern finanziell zu entlasten. Bestehende Rechtsansprüche, etwa beim Familiengeld oder Krippengeld für Kinder, die vor dem 1. Januar 2025 geboren wurden, werden selbstverständlich in vollem Umfang erfüllt. Wir verstehen, dass diese Entscheidung nicht jede individuelle Situation vollständig auffangen kann. Dennoch sind wir überzeugt, dass die Umschichtung im Interesse aller Familien ist – nachhaltig, strukturell wirksam und zukunftsorientiert. Unser Ziel bleibt eine moderne und stabile Kinderbetreuung, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärkt und unseren Kindern die bestmöglichen Startchancen bietet. Vielen Dank für Ihr Engagement und dafür, dass Sie sich mit diesem wichtigen Thema an uns wenden. Wir bleiben mit ganzer Kraft an der Seite der Familien in Bayern.