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01.04.2019

Runder Tisch Ärzteversorgung auf Initiative von Martin Schöffel, MdL

Wir müssen gemeindeübergreifend denken

„Immer mehr Ärzte wollen im Team arbeiten – die meisten sogar lieber angestellt, als selbständig – der ländliche Raum kann und muss sich auf diese Tatsache einstellen“, so das Fazit von Martin Schöffel nach einem Gespräch mit mit mehreren Bürgermeistern, Ärztevertreterinnen und Mitarbeitern des Kommunalbüros für ärztliche Versorgung in dieser Woche in Marktleugast.

 



Bei dem Runden Tisch sind die Bürgermeister mehrerer Gemeinden aus dem Kulmbacher Oberland und aus angrenzenden Bereichen zusammengekommen. Sie alle stehen vor der gleichen Herausforderung geeignete Nachfolge für die Arztpraxen im ländlichen Raum zu finden.

 

Gunnar Geuther vom Kommunalbüro für ärztliche Versorgung stellte den Trend und die aktuelle Versorgungssituation in unserer Region klar vor: Sowohl der hausärztliche Planungsbereich Himmelkron, welcher den nord-östlichen Landkreis Kulmbach umfasst, als auch der Planungsbereich Münchberg, der sich von Helmbrechts bis Gefrees zieht, sind demnach mit einem Versorgungsgrad von über 110 Prozent ausreichend mit Hausärzten versorgt – zumindest aktuell. Denn die Altersstruktur der Ärzte deutet darauf hin, dass mehrere der Praxen früher oder später abgegeben werden. „Fast 60 Prozent der Ärzte, die nach Studium und Facharztausbildung als Hausärzte tätig werden, sind in Arztpraxen angestellt. Die Einzelpraxis wird von jungen Ärzten immer weniger nachgefragt. Der Trend geht vielmehr hin zu kooperativen Formen“, erklärt Gunnar Geuther vom Kommunalbüro. Gemeinschaftspraxen oder medizinische Versorgungszentren sind für Ärzte heute attraktiver und haben auch Vorteile für die Bürger: Wenn mehrere Ärzte in einer Praxis arbeiten, so sind die Öffnungszeiten länger, es gibt weniger Schließtage und in der Regel auch ein breiteres Leistungsspektrum. Nachteil ist natürlich der weitere Weg zwischen Patienten und Arzt. Hier kann zum Beispiel durch Filialpraxen Abhilfe geschaffen werden. Grafengehaig wurde lange Zeit durch einen Arzt vor Ort versorgt, der seine Praxis eigentlich in Marktleugast hat, aber regelmäßig auch in Grafengehaig praktizierte. In größeren Praxisverbünden sind solche Sprechstunden in den Dörfern besonders praktikabel und besser zu leisten als von einer Einzelpraxis.

 

Beim Runden Tisch wurde über verschiedene konkrete Lösungsideen diskutiert. Wie die aussehen werden und ob es möglicherweise Kooperationen geben wird, wird beim nächsten Termin konkret besprochen. Dazu ist immer auch eine enge Abstimmung mit der KVB notwendig. Die Vertreterinnen der Kassenärztlichen Vereinigung betonte ihre Rolle als Berater und Unterstützer. „Eines ist sicher: Es sollte nicht jede Gemeinde ihr eigenes Süppchen kochen, sondern wir müssen gemeinschaftlich im ländlichen Raum an einem Strang ziehen. Die Politik unternimmt vielfältige Anstregungen, damit auch zukünftig im Kulmbacher Oberland eine gute ärztliche Versorgung vorgehalten ist“, so Martin Schöffel abschließend. Für neu niedergelassene Ärzte bietet der Freistaat Niederlassungsprämien, auch Praxisneubauten können gefördert werden. „Die neue Arztpraxis in Rugendorf, die von der Gemeinde gebaut wurde und durch das Bayerische Landwirtschaftsministerium gefördert wurde, ist ein gutes Beispiel für eine zukunftsfähige Konzeption im Ländlichen Raum“